Spezialisierte intraartikuläre Injektionen – PRP
Die Behandlung mit Substanzen, die aus dem eigenen Blut gewonnen werden, wird in der Medizin seit vielen Jahren eingesetzt. Dabei wird dem Patienten eine kleine Menge Blut aus der Armvene entnommen, verarbeitet und anschließend wieder in den Körper injiziert, beispielsweise in ein von Arthrose betroffenes Gelenk oder in einen verletzten Sehnenbereich. Eine spezielle Form dieser Methode ist die Behandlung mit autologem plättchenreichem Plasma (A-PRP), bei der vor allem die Blutplättchen genutzt werden, um die natürliche Heilung des Körpers zu unterstützen.
Ende des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Versuche unternommen, plättchenreiches Plasma aus zentrifugiertem Eigenblut herzustellen. Heute kommt die Eigenbluttherapie sowohl bei der Heilung offener Wunden als auch in der Herz- und Thoraxchirurgie, in der Zahnmedizin und in der Plastischen Chirurgie zum Einsatz.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet sind die Gelenke. Die Methode hat sich insbesondere bei Knorpelschäden (Arthrose), Verletzungen von Sehnen oder Bändern, Muskelfaserrissen und Entzündungen der Weichteile, wie Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) oder Sehnenentzündungen (Tendinitis), als effektiv erwiesen.
Funktion der Blutplättchen (Thrombozyten) in der Eigenbluttherapie
Die Blutplättchen (Thrombozyten) werden im Knochenmark gebildet und sind für die Blutgerinnung verantwortlich. Dieser wichtige Mechanismus ermöglicht es dem Körper, Blutungen zu stoppen und Wunden zu heilen.
Bei einer Verletzung eines Blutgefäßes sammeln sich die Blutplättchen an der Schadensstelle, verbinden sich miteinander und bilden einen kleinen Thrombus, der die Wunde verschließt und die Blutung stoppt. Gleichzeitig setzen die Blutplättchen hormonähnliche Substanzen, sogenannte Wachstumsfaktoren, frei, die den Heilungsprozess fördern. Zusätzlich ziehen sie Stammzellen an, die sich in verschiedene Gewebetypen differenzieren können. Diese Zellen sind für die Regeneration und Reparatur geschädigter Gewebe im Körper notwendig.
Welche Rolle spielt das Blutplasma?
Blutplasma ist der flüssige Bestandteil des Blutes und macht etwa 55 % des Gesamtvolumens aus. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Blutzellen und Nährstoffe durch die Blutgefäße zu transportieren.
Neben dem Plasma enthält das Blut auch zelluläre Bestandteile, die als Hämatokrit bezeichnet werden. Dazu gehören vor allem die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die etwa 99 % des Hämatokrits ausmachen und für den Sauerstofftransport verantwortlich sind. Weitere zelluläre Bestandteile sind die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die den Körper vor Infektionen schützen, sowie die Blutplättchen (Thrombozyten), die für die Blutgerinnung wichtig sind.
Was ist autologes plättchenreiches Plasma (A-PRP)?
A-PRP ist ein Blutplättchenkonzentrat, das aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen wird. Es enthält Blutplasma, aus dem die roten und weißen Blutkörperchen weitgehend entfernt wurden.
Zur Herstellung von A-PRP wird dem Patienten mit einer Spritze eine kleine Menge Blut entnommen. Anschließend wird das Blut in einem spezialisierten Gerät, einer Zentrifuge, verarbeitet, das das Plasma von den übrigen zellulären Bestandteilen trennt.
Das plättchenreiche Plasma wird an der Stelle der Verletzung oder Entzündung injiziert. Es unterstützt die natürlichen Heilungsprozesse und trägt zur Regeneration von Gewebe, beispielsweise von Knorpel oder Sehnen, bei.
Der genaue Wirkmechanismus dieser Therapie ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass die im Plasma enthaltenen Substanzen – wie Wachstumsfaktoren, Interleukine und die Blutplättchen selbst – die Heilung in entzündetem Gewebe aktivieren und fördern. Die Blutplättchen scheinen zudem neues Bindegewebe aufzubauen, Entzündungen zu reduzieren und den Knorpel zu schützen.
Da jeder Mensch eine andere Blutzusammensetzung und ein individuelles inneres Milieu hat, können die Ergebnisse der A-PRP-Behandlung von Patient zu Patient variieren. Da ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird, treten jedoch keine allergischen Reaktionen oder Probleme mit dem Immunsystem auf.
Anwendungsgebiete der Therapie mit autologem plättchenreichem Plasma (A-PRP)
Die Behandlung mit A-PRP kommt bei vielen Erkrankungen des Bewegungsapparats zum Einsatz, also bei Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern.
Die häufigsten Indikationen sind:
- Osteoarthritis (Gelenkverschleiß) und Arthritis (Gelenkentzündung),
- Entzündungen der Weichteile, wie z. B. Sehnenscheidenentzündungen (Tendovaginitis),
- Muskelfaserrisse und -verletzungen.
- Risse oder Teilrisse von Bändern.
- Sehnenentzündungen wie Achillodynie (Entzündung der Achillessehne).
- Bandscheibenvorfäll
- Verletzungen des Rotatorenmanschettenapparates der Schulter
- Unterstützung der Wundheilung nach Operationen, z. B. Arthroskopie
Die Behandlung mit autologem plättchenreichem Plasma (A-PRP) kann die Heilung beschleunigen, Entzündungen reduzieren und die natürliche Geweberegeneration unterstützen.
Die Behandlung mit autologem plättchenreichem Plasma (A-PRP) kann die Heilung beschleunigen, Entzündungen reduzieren und die natürliche Geweberegeneration unterstützen.
Osteoarthritis ist eine Erkrankung der Gelenke, die durch den Abbau des Gelenkknorpels verursacht wird. Der Knorpel wirkt wie ein „Polster“ und schützt die Knochen innerhalb des Gelenks vor Reibung.
Wenn der Knorpel abnutzt, nimmt diese Schutzfunktion ab. Mit der Zeit und dem fortschreitenden Knorpelverlust kommen die Knochen enger zusammen und reiben aneinander. Dies verursacht Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit.
Am häufigsten betroffen sind die Knie- und Hüftgelenke, da sie das meiste Körpergewicht tragen.
Warum ist die Therapie mit autologem Plasma (A-PRP) eine Alternative zu anderen Arthrosetherapien?
Bei der Behandlung mit autologem, also eigenem, plättchenreichem Plasma (A-PRP) werden Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks verbessert.
Das plättchenreiche Plasma wird aus dem Blut des Patienten gewonnen. Der Arzt injiziert dieses Konzentrat direkt in das Gelenk, um die natürliche Regeneration des Knorpels zu aktivieren.
In der Regel sind mehrere Sitzungen erforderlich, bis eine Wirkung spürbar wird.
Studien haben gezeigt, dass A-PRP-Injektionen bei Kniearthrose über einen Zeitraum von 12 Monaten eine deutlich größere Schmerzlinderung bieten als Injektionen mit Kochsalzlösung (Görmeli et al., 2014).
Im Gegensatz zu Kortisoninjektionen, die das Gewebe schädigen und zu dessen Verdünnung (Atrophie) führen können, gilt die Therapie mit A-PRP als sanfte und natürliche Methode, da sie Entzündungen reguliert, ohne das Gewebe zu zerstören.
Außerdem hat A-PRP nicht die schweren Nebenwirkungen, die nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verursachen können, wie z. B. Reizungen oder Schäden am Magen.
Zudem zeigen viele Studien, dass A-PRP-Injektionen eine vergleichbare oder sogar bessere Wirkung als Hyaluronsäure-Injektionen bei Patienten mit Kniearthrose haben.
Die Wirkstoffe und Wachstumsfaktoren, die im plättchenreichen Plasma enthalten sind und zur Schutz und Regeneration des Knorpels beitragen können, sind die folgenden:
- Gerinnungsfaktoren und Zytokine fördern den Prozess der Bildung von neuem Knorpelgewebe.
- Die im plättchenreichen Plasma enthaltenen aktiven Substanzen und Wachstumsfaktoren können die Schutz- und Regenerationsprozesse im Knorpel unterstützen.
- Sie hemmen auch die Wirkung entzündlicher Substanzen, die den Knorpel abbauen.
- Wachstumsfaktoren wie TGF-β, IGF-1, BMP, PDGF und VEGF unterstützen die Entwicklung, Reifung und Nährstoffversorgung der Knorpelzellen.
- Zudem wird die Produktion von Kollagen Typ II, einem wichtigen Bestandteil des Knorpels, gefördert.
- Entzündungen bei aktivierter Arthrose werden reduziert oder gestoppt.
- Zudem wird die Produktion des schützenden Gelenkproteins Lubricin (Proteoglykan-4) gestärkt, wodurch der Knorpel stabilisiert wird.
Im Vergleich zur Hyaluronsäure-Injektion gilt die Therapie mit A-PRP als effektiver, insbesondere bei Patienten in frühen Stadien der Arthrose. Sie reduziert Schmerzen deutlich und verbessert die Beweglichkeit des Gelenks.
Ob diese Therapie auch für Ihren Fall geeignet ist, erfahren Sie in unserer Praxis.
